Kennzeichnungspflicht von Onlinespielen

Das große Dilemma beim Jugendschutz von Onlinespielen

Häufig wird bei Elternabenden Fragen zum Jugenschutz bei Onlinegames gestellt. Wie erkennen Eltern, ob ein Onlinespiel für das Kind geeignet ist oder nicht.

Für alle Onlinespiele gilt: es gibt keine Kennzeichnungspflicht! Die Onlinespiele gelten alle als Internetinhalt. Für Internetinhalte greift der Jugendmedienstaatsvertrag. Dieser regelt: Kinder- oder Jugendgefährdende, bzw. entwicklungsgefährdende Internetinhalte müssen so geschützt werden, dass die gefährdete Zielgruppe sie nicht wahrnehmen kann. Dies kann technisch durch

  • eine Altersverifizierung (z.B. beim Jugendsender FUNK gegeben, ist aber teuer und aufwändig für den Anbieter)
  • eine Zeitliche Begrenzung des Zugangs (z.B. erst um 23 Uhr abrufbar)
  • oder eine Kennzeichnung der Internetseite, die von Jugendschutzprogrammen ausgelesen werden kann

gewährleistet werden.

Die letztere Variante haben wir in einem Praxis-Artikel beschrieben und ist auch bei den meisten Onlinegamingseiten so umgesetzt. Es ist einfach und billig und genügt dem Gesetz. Damit wird die Verantwortung für den Jugendschutz jedoch an die Eltern delegiert, die auf den Geräten ihrer Kinder einen Jugendschutzfilter installieren müssen.

Jugendschutzprogramme laufen nicht überall

Aufgrund der sich rasend weiterentwickelnden Technik gibt es aber rechtlich anerkannte Jugendschutzprogramme nur bedingt. In Deutschland anerkannt ist ist der Filter von jugendschutzprogramm.de. Er funktioniert aber nur auf Windows PCs und iOS Betriebssystemen. Nicht aber auf Androidsystemen wie die Seite selber darstellt, welches sicherlich bei Jugendlichen die meist genutzte Plattform auf Smartphones ist. Auch Linux ist raus. Mit Vodafone gibt es einen eigenen Tarif für Kinder, bei dem der Jugendschutzfilter wahrscheinlich nicht auf dem Gerät, sondern auf dem verbindendem Server läuft und er über die Telefonnummer u.a. den Jugendschutzfilter von jugendschutzprogramm.de zuschaltet. Technisch eine interessante Variante, nur leider bisher nur auf einen Anbieter beschränkt.

Insofern bleibt nichts übrig als Eltern zu sagen, dass es einen technischen Jugendschutz nur bedingt gibt.